Ihre Svoboda-Sendung interessiert mich wirklich sehr. Vor über zehn Jahren habe ich ihn bei den Rottenburger Tagen für Neue Musik das erste Mal gehört. Seitdem bin ich möglichst da, wenn er hier in der Gegend etwas macht - egal was, die Bandbreite ist ja riesig. Die „14 Versuche Wagner zu lieben“ ist die am häufigsten verschenkte Platte, mit aufschlussreich unterschiedlichem Erfolg. Was mich betrifft, ist die Rechnung aufgegangen: nur wegen der dort so hinreißend musizierten Parodie für Posaune und Mundharmonikas („spiel mir das Lied vom Liebestod“) hab ich die erste , bisher freilich auch einzige Original-Wagner-CD gekauft, na ja, vielleicht doch nicht ganz richtig Wagner, den Tristan mit Carlos Kleiber.
Die Berliner Aufführung der Faust-Szenen in der Philharmonie mit Metzmacher und dem DSO war für mich eines der größten musikalischen Erlebnisse überhaupt. Ich bin ganz unvorbereitet hingegangen und war einfach überwältigt. Die Solisten, fast die gleichen wie auf der Harnoncourt-Aufnahme, Gerhaher, Güra, Zeppenfeld, Erdmann ..., nur der erste Sopran anders besetzt. Den Eindruck, Christian Gerhaher habe hier die "Rolle seines Lebens" gefunden, wie nachher zu lesen war, kann ich nachvollziehen, auch wenn's arg pathetisch formuliert ist.
Ganz hervorragend der Knabenchor und die Solisten des Knabenchors(Domchor Berlin), die, anders als in Stuttgart, auch die „schlotternden Lemuren“ dargestellt haben, geräuschhaft, fast klanglos, ich dachte, ich hör nicht recht, ein Wahnsinns-Effekt.
Die Orchesteraufstellung (ich bin mir nicht ganz sicher wie sie heißt, „deutsche“ glaub ich): also erste Geigen links die zweiten rechts gegenüber und die Kontrabässe hinten links. Das gab an einigen Stellen ein ganz anderes, irgendwie verschattetes Klangbild. Ach, ich könnte noch ewig schwärmen - wenn ich’s könnte.
Einziges Manko auch dieser Aufführung: die Pause vor dem 3. Teil. Aber vielleicht muss man das ja aus praktischen Gründen so machen.
Das Stück lässt mich seither nicht mehr los. Allein schon die Auswahl und Anordnung der Szenen ist genial. Am meisten fasziniert bin ich aber von der Art, wie Schumann die Verse rhythmisch liest („du kanntest mich o kleiner Engel wieder ... „-- „Waldung, sie schwankt heran / Felsen sie haften dran“). Die Einheit von Musik und Dichtung - das ist es wohl, was mir das Werk so einzigartig macht.
Jedenfalls freue ich mich auf weitere Beiträge von Ihnen, habe ja auch die Seite noch lange nicht durch, die Überschriften klingen vielversprechend. Und vielleicht klappt’s ja irgendwie mit Svoboda.
Eduarda bin natürlich ich! Diesen Spitznamen verpasste mir ein Freund in meiner Anfangszeit als Musikkritikerin in Erinnerung an den berühmten Eduard Hanslick.
Danke
Die Berliner Aufführung der Faust-Szenen in der Philharmonie mit Metzmacher und dem DSO war für mich eines der größten musikalischen Erlebnisse überhaupt. Ich bin ganz unvorbereitet hingegangen und war einfach überwältigt. Die Solisten, fast die gleichen wie auf der Harnoncourt-Aufnahme, Gerhaher, Güra, Zeppenfeld, Erdmann ..., nur der erste Sopran anders besetzt. Den Eindruck, Christian Gerhaher habe hier die "Rolle seines Lebens" gefunden, wie nachher zu lesen war, kann ich nachvollziehen, auch wenn's arg pathetisch formuliert ist.
Ganz hervorragend der Knabenchor und die Solisten des Knabenchors(Domchor Berlin), die, anders als in Stuttgart, auch die „schlotternden Lemuren“ dargestellt haben, geräuschhaft, fast klanglos, ich dachte, ich hör nicht recht, ein Wahnsinns-Effekt.
Die Orchesteraufstellung (ich bin mir nicht ganz sicher wie sie heißt, „deutsche“ glaub ich): also erste Geigen links die zweiten rechts gegenüber und die Kontrabässe hinten links. Das gab an einigen Stellen ein ganz anderes, irgendwie verschattetes Klangbild. Ach, ich könnte noch ewig schwärmen - wenn ich’s könnte.
Einziges Manko auch dieser Aufführung: die Pause vor dem 3. Teil. Aber vielleicht muss man das ja aus praktischen Gründen so machen.
Das Stück lässt mich seither nicht mehr los. Allein schon die Auswahl und Anordnung der Szenen ist genial. Am meisten fasziniert bin ich aber von der Art, wie Schumann die Verse rhythmisch liest („du kanntest mich o kleiner Engel wieder ... „-- „Waldung, sie schwankt heran / Felsen sie haften dran“). Die Einheit von Musik und Dichtung - das ist es wohl, was mir das Werk so einzigartig macht.
Jedenfalls freue ich mich auf weitere Beiträge von Ihnen, habe ja auch die Seite noch lange nicht durch, die Überschriften klingen vielversprechend. Und vielleicht klappt’s ja irgendwie mit Svoboda.